Zwei Sozialarbeiter suchten mit dem Kältebus nachts die bekannten Aufenthaltsorte wohnungsloser Menschen auf und wiesen dort auf das umfangreiche und vielfältige Stuttgarter Hilfeangebot für Obdachlose hin - insbesondere auf die Notübernachtungsmöglichkeiten. Die Sozialarbeiter boten Hilfe und Unterstützung an und gaben bei Bedarf Mützen, Handschuhe, Decken, Schlafsäcke und warme Getränke aus.
Der Bus war jeweils die ganze Nacht im Einsatz, erstmalig in der Nacht von Freitag auf Samstag, und erreichte insbesondere im Bereich Klettpassage und Rotebühlpassage zwischen 50 und 60 Personen. In der darauf folgenden Nacht war die Zahl der angetroffenen wohnungslosen Menschen nur halb so groß. In der Nacht von Sonntag auf Montag waren lediglich noch sechs Biwakierer anzutreffen. Allen Obdachlosen war das Angebot der Stuttgarter Wohnungsnotfallhilfe bestens bekannt. Sie wollten allerdings lieber im Freien schlafen, als eine Notübernachtung aufzusuchen. Lediglich drei Menschen ließen sich zu einer Übernachtung in einer Notunterkunft überreden und vom Bus dorthin bringen.
Die Mitarbeiter des Sozialamtes vergewisserten sich jeweils, dass die obdachlosen Menschen in der Lage waren, sich klar zu entscheiden und mit Kleidung und Decken ausreichend gut gegen die Kälte ausgestattet waren. In Zweifelsfällen wurden der ärztliche Notdienst und die Polizei hinzu gezogen.
Der Einsatz des Kältebusses zeigt, dass das Wohnungsnotfall-Hilfesystem flächendeckend unter den Bedürftigen und Obdachlosen bekannt ist und angenommen wird. Hilfestellungen waren nur in Einzelfällen erwünscht. Bei strengen Frostnächten soll der Bus weiterhin in der Zeit zwischen der Einrichtung des Schlaflagers und Mitternacht vor Ort unterwegs sein, um Neuankömmlinge zu informieren und Hilfe anzubieten.
Der Bus hat insbesondere folgende Orte angefahren:


